19
Aug
11

jury duty

A couple of days ago, I got up at the crack of dawn to take myself down to the courthouse for my first ever JURY DUTY. It was a beautiful day in Portland and I was prepared to spend it indoors.

I had been summoned three times before but simply sent the paper back stating that I was not a US citizen. Of course, all of this changed over a year ago and when the summons came this time, I wanted to find out about this part of the US judicial system and said YES.

And while I did not get picked to serve on a jury that day, it was nonetheless a highly interesting and educational experience. I even want to say that the court tried to keep all of us approx. 300 people ‘entertained’ as we had two speeches and a long video to watch.

In order not to bore my fellow Americans with what jury duty is all about, I’ll retell the story in German. Because these folks probably know nothing about this.

:::::Doppelpunkt:::::

Was man zunächst einmal wissen muss ist, dass JEDER Angeklagte in den USA das Recht auf eine Verhandlung mit Geschworenen (jury) hat, was in der Verfassung festgeschrieben steht. Das wusste ich nicht und ich bin mir nicht sicher, wie das in Europa (oder Deutschland) ist.  Nicht jede US Verhandlung braucht Geschworene, da die Parteien oft den Rechtsstreit mit einem Vergleich beenden.

Da das aber nicht sicher ist, werden JEDEN TAG eine Menge von Leuten auf das Gericht bestellt FALLS die Parteien sich nicht einigen können. Portland liegt im Multnomah County, ein recht grosser Bereich, so dass täglich eine Menge Verhandlungen stattfinden (könnten). An meinem Tag waren es allerdings nur 3.

Jury Duty ist eine Pflicht für jeden volljährigen US Bürger, genau wie die Wahl. Eigentlich noch mehr, denn man braucht triftige Gründe abzusagen. (kleine Kinder zuhause, selbstständig – all das zählt). Benachrichtigt wird jeder irgendwann einmal, der entweder einen Führerschein hat oder mit einer der beiden Parteien registriert ist.

Als ich – zugegebener Maßen kurz vor knapp – den angewiesenen Raum gefunden hatte, saßen dort bereits ungefähr 300 (!) Menschen. Ein riesiger Wartesaal – und JEDEN TAG sitzen dort so viele Menschen!

Als erstes begrüsste uns ein Richter, der uns dankte und die Wichtigkeit der Geschworenen betonte, obwohl die Wahrscheinlichkeit hoch sei, dass wir nicht für eine Verhandlung ausgewählt werden könnten. Wie bei uns gibt es zivilrechtliche Verfahren (Partei gegen Partei) und strafrechtliche (Partei gegen den Staat).

Eine Verhandlung kann 6 oder 12 Geschworene benötigen…ein Computer wählt 20 Menschen aus, die dann aus dem grossen Raum herausgeholt und befragt werden. Aus den 20 werden dann die 6 oder 12 gewählt, die der Verhandlung beisitzen können. Wegen Befangenheit kann man hier abgelehnt werden. Die letztlich ausgewählten Geschworenen führt man in den Fall ein, sie sitzen der Verhandlung bei, hören die Verteidiger und kommen abschliessend zu einem Urteil. Obwohl auch hier der Richter das endgültige Urteil spricht, können die Geschworenen dieses nachhaltig beeinflussen. Manche Verhandlungen dauern Tage oder Wochen und das bedeutet, dass man als Geschworener sein ‘normales’ Leben erstmal aufgeben kann. (…und zudem darf man während dieser Zeit weder fernsehen noch Zeitung lesen, geschweige denn mit jemand über den Fall sprechen)

Wie gesagt, unter Umständen einigen sich die Parteien im Vorfeld und man braucht keine Geschworenen.

In der Zwischenzeit hatte ich eine Küche in diesem grossen Raum entdeckt (Essen warm machen), Unmengen an Zeitschriften (manche von 2009), denn man richtet sich auf einen LANGEN Tag ein.

Als nächstes wurde uns ein rühriges Video vorgeführt, in dem die Wichtigkeit der Geschworenen für den Angeklagten und dessen gesamtes Leben betont wurde.

Nachdem ich dann nochmals aufs Örtchen getapert war, hatte ich weiterhin 4 Bücherregale und einen grossen Schrank mit Brettspielen gefunden  – falls man sich dann mit seinen Nachbarn so gut angefreundet hat, dass man sie zu einem Mensch-Ärgere-Dich-Nicht herausfordern will.

Bis dahin hatte ich aber noch nicht EINE Seite in meinem mitgebrachten Buch gelesen, denn nach dem Video folgte eine weitere Ansprache – diesmal von einer Dame, die auch als Comedian sicher gutes Geld verdienen könnte. Ich vermute, das Gericht will versuchen, den potentiell ewig langen Tag so kurzweilig wie möglich zu gestalten.

Diese Ansprache hatte zur Folge, dass ich mit meinem Nachbarn ins Gespräch kam, der nicht umhin konnte, mir seine Lebensgeschichte zu erzählen. (Wie ich das immer wieder hinkriege, weiss ich auch nicht… eventuell habe ich den falschen Beruf)

Inzwischen wurden weitere 20 Menschen zu einem Gerichtssaal geschickt, die 2. Verhandlung von den dreien brauchte Geschworene.

Abgesehen vom (falschen) Feueralarm (der die ganze Meute auf die Strasse schickte), war das aber dann auch die gesamte Veranstaltung. Die dritte Verhandlung kam ohne Geschworene aus und wir wurden alle nach Hause geschickt.

Nun – jeder der 300 Menschen bekommt für den Tag $10 plus Fahrgeld, sozusagen als Verdienstausfall. Auch wenn das nicht viel erscheinen mag, so ist das doch insgesamt eine Menge Geld – und das JEDEN TAG.

This juror 10100 went home to take a nap. I now have 2 years before they might call on me again.

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